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16.12.2006 Die Actien-Börse Institutionell

... Ein Haus der leisen, angenehm zurückhaltenden Töne und der Logik...

 

(geschrieben von Björn Drescher, Drescher&Cie.)

Eine der ältesten Börsenregeln lautet, Gewinne soll man laufen lassen und Verluste begrenzen. Klingt eigentlich ganz einfach. Doch das menschliche Naturell legt einem leider immer wieder Fehlentscheidungen nahe. Da wundert es wenig, wenn einzelne Investoren zu dem Schluß kommen, sich durch computergestützte Modelle selbst zu disziplinieren. Zu den Vordenkern derartiger Anlagestile gehört die in Königstein bei Frankfurt ansässige Vermögensverwaltung Grohmann&Weinrauter VermögensManagement GmbH (G&W). Ein Haus der leisen, angenehm zurückhaltenden Töne und der Logik. Das wird spätestens in Gesprächen mit den Protagonisten deutlich.

Während die individuelle Vermögensverwaltung Anlegern mit einem Volumen von mehr als 1Mio Euro vorbehalten bleibt, sind die unterschiedlichen, auf Trendfolgemodellen beruhenden Managementansätze über mehrere von Grohmann&Weinrauter bei der Warburg Investment KAG betreuten Fonds auch Personen mit kleinerem Geldbeutel zugängig. Insgesamt verantwortet das Unternehmen heute Assets im Werte von rund 450 Mio Euro für institutionelle und private Anleger. Die Tochtergesellschaft Grohmann&Weinrauter Alternative Consulting GmbH fokussiert sich auf innovative Strategien und Produkte aus dem Bereich der alternativen Investments.

Seit der Gründung 1991 hat sich Grohmann&Weinrauter auf die Entwicklung und Disposition von sicherheitsorientierten Anlagestrategien zur Reduzierung des absoluten und relativen Risikos spezialisiert. Hierbei kommen systematisierte Trendfolgekonzepte zum Einsatz, die prognosefrei arbeiten und konsistent und konsequent umgesetzt werden. Primäres Ziel dieser Trendfolge ist es, in Abwärtstrends einen erheblichen Teil der Marktverluste zu vermeiden und Aufwärtstrends nicht zu früh mit Gewinnmitnahmen zu verlassen.

Zu diesem Zweck wird der Investitionsgrad, also der nicht gesicherte Teil der Portfolios, der den freien Schwankungen der Märkte ausgesetzt ist, in Abhängigkeit von Trendrichtungen und Trendstärken über mehrere Einzelschritte variiert. In stabilen Aufwärtsbewegungen liegt er bei 100 %. Mit fallenden Kursen wird der Investitionsgrad schrittweise über den Einsatz von Futures-Kontrakten (er kann dabei bis auf 0% zurückgeführt werden) gesenkt.

Das Prinzip ist für Aktien- genauso wie für Rentenportfolios umsetzbar. Schwächen des Ansatzes zeigen sich zeitlich befristet in Börsenphasen mit schnellen und heftigen Sägezähnen ähnlichen trendlosen Kursverläufen.

Das Ergebnis ist eine langfristig weniger volatile und vielfach höhere Wertentwicklung der Portfolios als in den undisponierten Märkten. So kann als Anlageergebnis längerfristig eine Outperformance gegenüber einer Benchmark bei gleichzeitig niedrigerem Risiko erzielt werden. Für den Anleger ergibt sich eine deutliche Verstetigung der Vermögensentwicklung. Besonderer Wert wird hierbei auf die Optimierung der Ergebnisse unter steuerlichen Aspekten gelegt.

Beispielhaft für den Ansatz der Vermögensverwaltung G&W steht z.B. das Ergebnis des Warburg DAXTREND Fonds (DE0009765446). Auf Jahressicht ein Underperformer gegenüber dem Sektordurchschnitt schlug der Fonds seit seiner Auflage (1997) den DAX im Schnitt jedes Jahr um 1,8% bei einer Standardabweichung der Jahresergebnisse von 17,5% gegenüber 25,3% im DAX. Das System funktioniert also, erfordert aber Geduld. Und es läßt sich aus Anlegersicht höchst unterschiedlich nutzen.

Z.B. als zeitlich befristeter Portfoliobaustein Warburg Bund Trend Dynamic Fonds (DE000A0HGET2). Der überwiegend in öffentlichen Anleihen der Bundesrepublik Deutschland mit langen Restlaufzeiten investierte Fonds baut bei Zinssteigerungen die Laufzeitenverlängerung ab und verkauft bei einer Verstetigung des Trends weitere Euro-Bund-Future-Kontrakte. Durch die so entstehende negative Duration des Portfolios können bei steigenden Zinsen Kursgewinne erzielt werden. Während der REX P-Index in den schweren Zeiten dieses Jahres zwischen Februar und August zwischenzeitlich bis zu 2% verlor, legte der Warburg Fonds in der Spitze des Julis bis zu 8% zu und konnte davon bis Ende November immerhin seit Jahresanfang betrachtet noch 4,5% konservieren, wohingegen der REX P-Index bei mageren 0,5% lag.

Oder auch als vermögensverwaltende Total-Return Lösung mit Mischfonds-Charakter Warburg Trend Return Plus Fonds (DE0006780398). Hier werden die Trendfolgemodelle von Aktien und Renten miteinander kombiniert. Der Investitionsschwerpunkt ergibt sich aus der defensiven Basis-Vermögensaufteilung zwischen 85% Anleihen und 15% Aktien, wobei der Aktieninvestitionsgrad auf etwa ein Drittel erhöht werden kann. Der leider erst im Februar 2005 aufgelegte Fonds bietet in einer auf Realdaten basierenden Rückrechnung trotz hoher Kosten (2% Verwaltungsgebühr) seit 2001 stabile und vor allem steueroptimierte Erträge zwischen 4,1% und 7,7%. Vielen eher am „Buy and Hold “ orientierten Anlegern hätte das durchaus gereicht.

Fazit: ... Kann in der Praxis zukünftig real nachgewiesen werden, was die Modellergebnisse bei den vermögensverwaltenden Lösungen versprechen, wird das Interesse der Privatanleger an den Fonds groß sein. Institutionelle Anleger haben die Königsteiner längst für sich entdeckt und lassen sich maßgeschneiderte Lösungen fertigen. Wie sagte es Martin Weinrauter in unserem Gespräch so schön: „Es gibt noch soviele neue Ideen, die wir in unsere Ansätze integrieren können. Aber wir müssen schrittweise vorgehen“.